Man ließt ja immer das die Japaner so schrecklich viel arbeiten würden. Und das stimmt.
Viele meiner Kollegen sind abends bis Mitternacht im Labor, fast alle bis 21 oder 22 Uhr. Morgens wird um etwa 9 Uhr begonnen.
Auch Samstags wird im Labor gearbeitet. Allerdings fangen die meisten dann nicht vor 10 Uhr an und man bleibt auch nicht ganz so lange wie unter der Woche. Außerdem waren einige meiner Kollegen auch für gut drei Stunden in Kyoto mittagessen. Auch der gelegentlich Schlaf auf dem Schreibtisch gehört hier zum Arbeitstag. Auch wenn man manchmal nicht den Eindruck hat: auch Japaner sind nur Menschen. Japaner haben auch deutlich weniger Urlaub als wir in Deutschland. Gerade mal zwei Woche hat ein normaler Arbeitnehmer, während wir auf locker vier Wochen kommen. Allerdings gibt es in Japan mehr gesetzliche Feiertage. 14 Stück sind es wenn ich mich nicht verzählt habe, und wenn einer davon auf das Wochenende fällt wird am am darauffolgenden Montag nachgeholt. Zum Vergleich: wir in Niedersachen haben neun gesetzlich Feiertage von denen durchschnittlich zwei auf ein Wochenende fallen. Bleiben als effektiv sieben.
Die Japaner wissen mit Freizeit auch nicht viel anzufangen. So wurde ich vor dem Wochenende gefragt: "What's your schedule for the weekend?". Ich hab das erst für einen Übersetzungsfehler gehalten, aber die Japaner denken wirklich so. Auch Freizeit wird streng durchgeplant.
Auf dem oberen Bild ist das Chemie-Institut zu erkennen. Mein Labor ist im dritten Stock, mittig im Bild. Die Fenster sind übrigens mit Bücherregalen zugestellt.
Auf dem unteren Bild sieht man die Straße die vom Campus runterführt. Die Berge und der Wald beginnen wenige hundert Meter hinter meiner Wohnung, wie in Clausthal also.
1 Kommentar:
Ich finde diese Kiefern einfach toll. Schon auf dem einem Tempelbild war eine zu sehen und jetzt auf dem obersten Bild wieder. Die sehen tatsächlich so aus wie auf den Tuschezeichnungen, die die Tellerunterlagen im chinesischen Restaurant bilden.
Christina
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