Sonntag, 10. Februar 2008

Japan im Schnee

Gestern musste ich leider den Besuch von der Nijo-Burg verschieben, da es den ganzen Tag geschneit hat. Wir hatten den schlimmsten Wintereinbruch seit über 10 Jahren. "Schlimmer Wintereinbruch" bedeutet hier allerdings nur wenige Zentimeter Schnee. Um ein paar winterliche Bilder aufzunehmen bin ich heute Vormittag in meinem "Haustempel", dem Manpuku-ji gegangen.

Gegenüber Anfang September als ich den Tempel bei 35 °C das erste mal besuchte, hat sich das Erscheinungsbild natürlich sehr gewandet. Das schwarze Holz der Tempelanlage steht in einem starken Kontrast zu dem weißen Schnee.

Da es heute ein recht warmer und klarer Tag war hat der Schnee sich nicht lange gehalten. Jetzt am Abend ist er schon vollständig weg geschmolzen.

Sonntag, 27. Januar 2008

Das Aquarium in Osaka


In den drei Wochen, in den meine Freundin hier war, haben wir sehr viel unternommen. So viel, dass wir mit Bloggen gar nicht hinterher gekommen sind. Daher kommt heute ein Nachtrag.
Vor zwei Wochen haben wir das Aquarium in Osaka besucht. Es ist das größte Aquarium in Japan und wurde vor 20 Jahren eröffnet. Alleine für das Hauptbecken wurde das vierfache der damaligen Weltjahresproduktion an Plexiglas verbaut.
Das Aquarium liegt nahe dem Hafen von Osaka. Am Eingang befindet sich ein großes Mosaik, das an alte C64-Computerspiele aus den 80er Jahren erinnert. Ich fand es so .... japanisch, dass ich es einfach fotografieren und das Bild hochlanden musste.
In dem Aquarium leben insgesamt 580 Arten von Tieren und Pflanzen, die entlang des "Pazifischen Feuerringes" leben. Der Pazifische Feuerring ist der Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt. Somit werden Tiere aus allen Klimazonen, von arktisch bis tropisch, ausgestellt. Darunter auch einige Säugetiere wie, Delphine, Seehunde und Otter. Letztere hatten gerade Paarungszeit.
Besonders interessant sind natürlich die großen Fische. Der größte im Aquarium ist ein kleiner, "nur" 4 Meter langer Walhai. Klein daher, weil ausgewachsene Walhaie bis zu 12 m lang werden. Sehr beeindruckend fand ich auch die großen Rochen.
Insgesamt fast das große Becken 11.000 m³ Wasser und ist 9 m tief. Man geht am Rand des Beckens langsam nach unten und kann auf der einen Seite in das große Becken schauen und auf der anderen Seite in die Themenbecken.
Ganz unten gab es das Streichelbecken ;-) mit Krebstieren (siehe Bild).
Die Beleuchtung der Becken ist sehr stimmungsvoll gewählt. Besonders die Quallen leuchten in dem UV-Licht sehr eindrucksvoll. Leider sind die Tiere und Pflanzen auf Grund des gedämpften Lichtes schwer zu fotografieren. Auf der Homepage des Aquariums gibt es aber einige recht schöne aber kleine Fotos. Link


Freitag, 18. Januar 2008

Schilder in Japan, Teil 3

Was für Schilder bleiben übrig, wenn man die zum Ertrinken und zu Regeln bzw. Verboten wegläßt? Ganz normale Werbung, Hinweise auf Sehenswürdigkeiten und Restaurantauslagen. Über die letzteren hat Jaggard bereits berichtet, deshalb zeige ich hier nur eine besondere Ausführung aus Styropor.
Die meisten Hinweisschilder in Kyoto und zu Sehenwürdigkeiten sind mehrsprachig gehalten, neben japanisch noch mindestens auf englisch. Die Stadtpläne hier haben eine Besonderheit: sie zeigen die Straßen so wie sie verlaufen, wenn man direkt vor dem Schild steht, d.h sie sind nicht eingenordet. Das sollte man immer im Kopf behalten, wenn man sich nach Streckenlänge und Kompaß orientiert, sonst kann man sich übel verlaufen ... Viele künstlerische Stadtpläne oder Übersichtskarten sind nur auf japanisch gehalten, genauso wie die Netzpläne der staatlichen Eisenbahngesellschaft. Zum Glück hat Jaggard einen Stadtplan, der die Kanji zu den Ortsnamen angibt. Alternativ kann man sich auch mit einer anderen Linie behelfen, hier in Uji gibt es noch die Keihan-Line.
Ein Schild ist mir besonders aufgefallen: Es stand an einem Parkeingang und hatte neben den üblichen Regeln bestimmt auch viele interessante Informationen zum Park. Leider alles auf japanisch, die englische Übersetzung war nur "This is a Beautification Enforcement Area. By law you are prohibited from disposing of litter in an irresponsible manner." Manchmal ist es schon schlimm, derart arrogant auf die Tatsache hingewiesen zu werden, daß man keine japanische Sozialisation hat und auch kein japanisch kann.
Kyoto ist voll mit Weltkulturerbestätten, deshalb gibt es auch sehr viele Schilder, die die Geschichte des jeweiligen Tempels / des Weltkulturerbes in japanisch, englisch und koreanisch erklären. Leider setzt sich das nur selten innnerhalb der Tempel fort. Auch in Museen oder Ausstellungen sollte man sich immer eine englische Übersetzung mitgeben lassen, da auch dort viele interessante Nebeninformationen nur auf japanisch erhältlich sind.
In manchen Tempeln kann man kleine Schilder aufhängen, auf denen man seine Gebrechen markiert ... wahrscheinlich ist das ein Opferbild ("ema") an die dortigen Naturgeister, die dann die Gebrechen lindern sollen.

Ein Gastkommentar (der letzte!) von Frau Eleanor


Donnerstag, 17. Januar 2008

Schilder in Japan, Teil 2



Für Japaner sind Regeln sehr wichtig. Es gibt bestimmte Sätze bzw. Wörter, die man sagt, wenn man eine Wohnung betritt, wenn man zu essen beginnt, wenn man mit essen aufhört, wenn man in einen Laden geht etc. Genauso gibt es für sehr viele Situationen vorgeschriebene Verhaltensweisen, was die Verständigung als Gaijin nicht unbedingt erleichtert. Viele Dinge sind anders als in Europa, da muß man manchmal sehr tolerant sein und sich daran erinnern, daß das hier höflich ist. Oder zumindest nicht unhöflich.

Hier gilt schon für kleine Kinder das Sprichwort: "Der Nagel, der herausschaut, wird eingeschlagen." Alle sind diszipliniert und stellen das Wohl der Gruppe über das eigene Wohl. Jugendliche bilden manchmal eine Ausnahme, z.B. sehen wir ab und zu Pärchen, die sich an den Händen halten. Heute habe ich etwas gesehen, was selbst mich ein wenig geschockt hat: in der vollbesetzten Bahn hat sich eine japanische (!) Jugendliche die Nase geschneuzt. Das ist hier eine wirklich unglaubliche Sache, das wird eigentlich selbst bei Ausländern nicht gern gesehen.

Um den anderen Leuten beim Betreten eines öffentlichen oder auch privaten Ortes das Einhalten der dort geltenden Regeln zu erleichtern (und ihnen die Unannehmlichkeit zu ersparen, auf einen Regelverstoß hingewiesen werden zu müssen), gibt es natürlich Schilder, die darauf hinweisen.

Einige sind einfache Verkehrsschilder, andere schon aufwändiger ... und wieder mit niedlichen Bildern, wenn es um Aufmerksamkeit oder um Kinder geht.






Ein Gastkommentar von Frau Eleanor



Dienstag, 15. Januar 2008

Schilder in Japan, Teil 1

Schilder gibt es in Japan überall. Die Hinweise sind meistens Werbung, manchmal aber auch nützliche Sachen. Wenn sie für Kinder (und Ausländer...) gedacht sind, sind sie entweder gleich in Hiragana geschrieben oder alle Kanji sind mit Furigana versehen. Dazu kommen meistens noch niedliche Bilder, die das geschriebene sehr deutlich illustrieren.
Die Warnungen vor Ertrinken sind besonders häufig vertreten - an jedem kleinen Tümpel (selbst die mit Maschendraht umzäunten) und an jedem Fluß gibt es mindestens ein Schild. Die meisten sind eher langweilig und haben nur das japanische "Durchgang verboten" aufgeschrieben. An einigen Stellen, die eben auch Kinder häufig aufsuchen, gibt es auch welche mit Bildern.


Ein Gastkommentar von Frau Eleanor

Montag, 14. Januar 2008

Der Kaiserliche Palast in Kyoto


Letzten Montag haben wir Kyoto Gosho, den kaiserlichen Palast besucht. Er ist einem fast einen Quadratkilometer großen Park gelegen. Japaner dürfen den Palast nur während zwei bestimmter Wochen im Herbst und im Frühling besuchen. Daher war mein Kollege Take froh uns bei einer Gaijin-Führung begleiten zu dürfen. Leider hat es während der einstündigen Führung geregnet. Betreten haben wir das Palastgelände durch den Personaleingang. Der Kaiser hat sein eigenes Tor, welches nur er und hohe Staatsgäste durchschreiten dürfen. Ein weiteres gibt es für seine Gemahlin.
Bei der einstündigen Führung bekommt man leider nur die Gebäude für offizielle Zwecke und auch die nur von außen zu sehen. Die Privatgemächer des Kaisers (die er derzeit nicht nutzt da er Tokyo als Wohnsitz vorzieht) bekamen wir leider nicht zu sehen.
Der Palast diente von der Heian- bis Ende der Edo-Zeit also mehr als 1000 Jahre als Regierungs- und Wohnsitz des japanischen Kaisers. In dieser Zeit ist er achtmal abgebrannt und wieder aufgebaut worden.

Informationen zum Palast findet man auch in der Wikipedia unter Kyoto Gosho.

Samstag, 5. Januar 2008

Kiyomizu-dera

Die ersten Tage des Jahres sind für viele Japaner der einzige Urlaub, den sie nehmen. Bei Tempelbesuchen zu dieser Zeit merkt man das auch deutlich. Oft hat man den Eindruck, dass alle 120 Millionen Japaner zeitgleich dieselbe Sehenswürdigkeit besuchen wollen - natürlich die, die man sich gerade ausgesucht hat. So mussten wir erleben wie bei unserem Besuch des Kiyomizu-Schreins die Japaner in Reisebussen angekarrt wurden. Das hatte den großen Vorteil, dass man den Weg zum Tempel recht einfach fand. Man musste einfach nur mit dem Strom schwimmen.
Der Schrein ist an einem Berghang am Rande von Kyoto gelegen. Von dort aus hat man eine schöne Aussicht über die Stadt. Vor im gibt es eine Quelle mit besonders reinem Wasser (jap.: kiyo mizu).
Der erste Tempel wurde zusammen mit der Stadt im späten 8. Jahrhundert gegründet. Er brannte mehrfach ab und wurde neu aufgebaut. Heute gehört der Schrein wahrscheinlich zu den am häufigsten fotografierten Sehenswürdigkeiten in Kyoto. Die markante Haupthalle mit dem großen Holzbalkon ist nach traditioneller japanischer Bauweise ohne Nägel gebaut worden.

Ein schönes Video findet man bei YouTube:


Dienstag, 1. Januar 2008

Treffen mit Vaclav


Vorgestern haben wir uns mit meinem ehemaligen Kollegen Vaclav getroffen, der in Tokyo Post-Doc ist.
Mit ihm und seiner Freundin habe wir uns den Daitoku-ji Tempel und Kinkaku-ji, den Goldenen Pavillon angesehen.

Der Daitoku-ji war wenig spektakulär, obwohl er in meinem Kyoto-Reiseführer unter den Top-Ten Sehenswürdigkeiten als Nummer Eins geführt wird. Aber immerhin war er nicht so überlaufen wie viele andere Sehenswürdigkeiten in der Stadt.

Der Goldene Pavillon jedoch war wirklich sehenswert, zumal er gerade von der Sonne angestrahlt wurde und die Goldfolie das Sonnenlicht gleißend hell reflektiert hat.
Der Original-Tempel stammt aus dem späten 14. Jahrhundert. Er fiel aber vor etwa 50 Jahren dem Brandanschlag eines eifersüchtigen Mönches zum Opfer. Er wurde wieder aufgebaut und ist heute Weltkulturerbe.
Ich habe eine HDR-Aufnahme des Tempels gemacht, da der stark reflektierende Tempel im Sonnenlicht mit einer Digitalkamera nur schwer zu photographieren ist.

Informationen zum Tempel gibt es auch in der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Kinkaku-ji.
Leider ist er einer der beliebtesten Touristenziele in Kyoto und dementsprechend sehr überlaufen. Um dem Besucherstrom zu bewältigen, kann man das Gelände nur in einer Richtung durchlaufen.