
Der Kamo-Fluß ist besonders im Sommer bei jungen Pärchen sehr beliebt. Sie sitzen dicht gedrängt in langen Reihen am Ufer entlang und halten den Fluß für wunderschön und romantisch. Ich jedoch halte ihn für den hässlichsten Fluß, den ich jemals gesehen habe. Er ist auf beiden Seiten in Beton gefasst. Von Natur ist nichts mehr geblieben. Außerdem stinkt er. Auf dem Bild ist für japanische

Verhältnisse noch tote Hose.
Am Samstang habe ich mich in das Stadtzentrum von Kyoto vorgewagt. Etwa 2 Kilometer nördlich von dem Kyoto Hauptbahnhof, am Kamo-Fluß gelegen ist das Einkaufs- und Vergnügungsviertel von Kyoto.
Östlich des Flusses ist der Gion-Bezirk. Ein altes Vergnügungsviertel, das heute besonders bei Touristen sehr beliebt ist. In ihm befinden zahlreiche der schönsten Tempel. Außerdem gibt unendlich viele Teehäuser, Gaststätten und Kneipen.
In meinem Kyoto-Reiseführer ist dieser Stadtteil unter den Top 10 Sehenswürdigkeiten immerhin auf Platz 3.
Die Gegend wirkt sehr japanisch, wie man sich das eben vorstellt.

Auf der westlichen Seite des Flusses ist das moderne Einkaufsviertel. Herzstück sind zwei riesige überdachte Einkaufsstraßen die sich über 800 Meter zwischen Sanjo- und Shijo-Dori (der dritten und vierten Straße) erstrecken. Hier gibt es so ziemlich alles, was der Markt zu bieten hat. Japan typisch werden die Produkte auch laut angepriesen.

Wer nun denkt, das moderne Japan hätte das alte total verdränkt, liegt falsch. Mitten in den überfüllten Verkaufsgassen, gibt es einige alte Tempel. Auf mich wirken sie in dieser Gegend jedoch etwas deplaziert.

Wenn es Abend wird tauchen die Teens und Twens, mit teuern Klamotten und getunten Wagen in dieser Gegend auf. Einige sehen aus wie Bill Kaulitz von Tokio Hotel. Es ist schon komisch bei McDonalds zu sitzen und einige Jungs zu sehen die sich dort mit irgendwelchen komischen Dampfwerkzeugen die Haare frisieren.
Das Viertel mit den ganzen Leuchtreklamen wirkt aus mich wie aus dem Film "Blade Runner". Definitiv hat Ridley Scott sich hiervon inspirieren lassen.

Neben Discos, Karaoke-Bars, Bowlingscentern usw. gibt es hier auch einige Spielhallen. Besonders beliebt sind die Pachinko-Automaten.
Glückspiel ist in Japan verboten. Aber die Japaner sind einfallsreich. Die Lösung Pachinko. Hier kann man nur Geld verlieren und keins Gewinnen. Zumindest nicht direkt.
Die Japaner lieben Pachinko, die Spielhallen gibt es an jeder Ecke. Pro Jahr werden 250 Milliarden Euro in diese Geräte geworfen.
Das Spiel selber ist total langweilig. Obern werden Kugel rein geworfen und unten kommen sie wieder raus.
Die Spielhalle auf dem Bild ist noch eine kleine, es gibt sie in wesentlich größer.