Samstag, 29. September 2007

Japaner und Automaten

Japaner lieben Automaten.
Bei uns findet sie man auf Bahnhöfen und an ausgewählten Plätzen. Hier in Japan stehen gerade Getränkeautomaten in einem so geringen Abstand, dass man von einem oft schon den nächsten sieht.
Und sie stehen wirklich überall. Selbst der schönste buddhistische Tempel ist vor einer großen roten Kiste mit der Aufschrift Coca Cola nicht sicher.
Oft treten die Automaten in kleinen Gruppen auf. Die Ansammlung auf dem ersten Bild steht vor der Cafeteria auf dem Campus

Nachts sehen die beleuchteten Automaten nett aus, wie die auf dem zweiten Bild vor dem Campus.
Die Preise sind unabhängig vom Ort des Automaten überall gleich. 120 Yen (75 Cent) für eine Dose Cola. Die europäischen Wettbewerbshüter hätten daran ihr Freude.
Da es in Japan öffentliche Mülleimer nicht sehr verbreitet sind, sind die Müllcontainer neben den Automaten die einzigen Orte wo man Müll loswerden kann. Leider oft nur Dosen, aber immerhin.

Aber genau so faszinierend wie die Häufigkeit der Automaten ist das Angebot verschiedener Waren. Cola, Wasser, Schokoriegel und Eis kennt man ja. Ebenso solche die Kaffee in kleine Becher gießen.
Hier gibt es aber ein paar für mich neue Automaten, beispielsweise welche die heißen Tee in Dosen ausspucken.
Mein absoluter Favorit aber ist ein Automat der Pommes und Hot Dogs, warm versteht sich, anbietet. Ein solcher steht auf de letzten Bild in der Mitte. Bei Gelegenheit muss ich einen solchen mal ausprobieren.

Auch wenn die Japaner Automaten lieben.
Baustellenampeln mögen sie nicht. Da stellen sie immer noch zwei Herren , mit Helm und einer Winkerkelle hin, die die Autos anhalten.
Wenn sie ein Auto anhalten müssen so tun sie das ausladenden Bewegungen gefolgt von einer tiefen Verbeugung vor dem Angehaltenen.

Donnerstag, 27. September 2007

Bekanntes etwas anders

Japan hat in den letzten 150 Jahre viele Einflüsse aus dem Ausland auf gegriffen und den eigenen Bedürfnissen und der eigenen Lebensart angepasst. Das gilt sowohl für Musik, dem politischen System, dass im großen um ganzen aus dem preußischen hervorgegangen ist, als auch für die Ernährung. Chinesisches Essen ist sehr beliebt. Ramen (chinesisch Nudel) bekommt man fast an jeder Ecke. Auch Pasta und Pizza sind beliebt. Nach "deutsche Spezialitäten" muss man schon etwas länger Suchen. Fündig wurde in auf dem Fest in Osaka. Hier gab es "Frankfurter", wie ich sie noch nie gesehen habe. Die Würstchen werden auf ein Holzspieß gesteckt und in ein Omelette eingewickelt. Gegessen werden die dann mit reichlich Majonäse und Ketchup (erstes Bild). Also ich habe sowas in Deutschland noch nie gesehen. Das mit dem Holzspieß ist aber eine gute Idee.


Auch einer der ersten japanischen Dönerbuden habe ich einen Besuch abgestattet. Da Japaner mit Umlauten ihr Probleme haben heißt der Döner hier Donel. Das L wird allerdings wie ein R ausgesprochen. Das R oft wie ein L. Terebi heißt beispielsweise Fernseher und wird Telebi ausgesprochen. Biilu heißt Bier. Allerdings werden R und L nur manchmal verstaucht. Das System habe ich noch nicht durchschaut.
Zurück zum Döner. Der hiesige "Nachbar" ist ein echter Türke. Der Döner kostet 500 Yen (Euro), ist aber im besten Fall halb so groß wie in Clausthal. Von dem jüngsten Gammelfleischskandal hat man hier natürlich noch nichts gehört.

Auch Niederlassungen einer großen amerikanischen Imbisskette findet man hier recht häufig. Das Angebot entspricht etwa dem in Deutschland. Nicht aber die Preise. Nein, die Burger sind nicht teuer als bei uns. Ein Cheeseburger kostet gerade einmal 100 Yen (60 cent). Außerdem ist es einer der wenigen Gaststätten die zweisprachige Speisekarten haben. McDonalds wird hier übrigens MacoDo genannt.

Sonntag, 23. September 2007

Spaziergang durch Uji


Den heutigen Sonntag habe ich dazu genutzt mir Uji etwas näher anzusehen.
Vom Ohbaku International House, in dem ich wohne, befindet sich der Mimuroto-Ji-Tempel knapp zwei Kilometer südlich.
http://www.taleofgenji.org/mimuroto.html.

Vom Tempelgebäude unterscheidet sich kaum von anderen Tempeln, aber der umgebende Garten ist sehr schon gestaltet. Daher gibt es heute ein paar Bilder mehr.




Weltberühmt ist der Koi-Teich des Tempels. Beim Googlen nach Infos zu dem Tempel, habe ich mehrere Internetseiten über Teich-Bau gefunden, die auf den Teich dieses Tempels verwiesen haben. Um den Teich herum gab es zahlreiche Libellen. Eine besonders rote konnte ich fotografisch einfangen.












Nach dem Tempelbesuch habe ich meinen Weg Richtung Uji-Fluß fortgesetzt. Dieser Teil des Flusses ist ein beliebtes Ausflugsziel der Japaner.
Mit kleinen Booten kann man sich auf dem Fluss rumfahren lassen und dabei Tee trinken. Strom aufwärts ist es eine Talsperre.

Montag, 17. September 2007

In Osaka


In Osaka haben wir uns nicht nur das Danjiri Matsuri angesehen, sondern auch lokale Spezialitäten probiert und uns die Burg angesehen.

Zum Essen sind wir in ein Zelt direkt an der - im gestrigen Video gezeigten - Kurve gegangen.
Anders als bei uns üblich sitzt man dort nicht an einer Bierzeltgarnitur, sonder auf etwas was ehr aussieht wie ein flacher Tisch. Auf ihn steht ein weiterer kleiner Tisch fürs essen. Diese Anordnung ist etwa genau so unbequem wie unsere Bierzeltgarnituren. Die Mahlzeit bestand aus lokalen Spezialitäten, z.b. eingelegter Rettich, eine Speise aus Reis und Ei, Nudeln sowie Fisch. Die Nudeln waren sehr wohlschmeckend.
Dazu haben wir japanisches Bier getrunken, welches durchaus trinkbar ist.
An dem Tisch hinter uns (siehe erstes Bild) saßen zwei Dänen die schon seit vielen Jahren in Japan leben, beides ziemlich komische Vögel.
Nach dem Essen haben wir uns die Kishiwada Burg angesehen. Die Burg ist etwa 400 Jahre alt und durch einen breiten Wassergraben umgeben. Früher war das Grabensystem viel weiter ausgedehnt. Fotographieren in der Burg war leider verboten. In ihr gab es zahlreiche Exponate darunter auch Samurai-Rüstungen und Katana.

Sonntag, 16. September 2007

Danjiri Matsuri in Osaka

Heute war ich mit einigen Kollegen in Osaka zum Danjiri Matsuri.
Dabei handelt es sich um ein Volkfest, das ursprünglich dazu diente für die anstehende Ernte zu beten.
Die Danjiri sind große fahrbare Schreine. Sie werden mehrfach um die Kishiwada Burg gezogen in der damals der Shogun residierte. Früher wurde mit den Schreinen echte Rennen ausgetragen, heute ziehen sie lediglich mit teilweise beeindruckender Geschwindigkeit durch die Straßen. Ein solcher Danjiri wiegt etwa vier Tonnen und wird an bis zu 200 Meter langen Seilen von bis zu 1000 Personen gezogen. Da sie starre Achsen haben, also nicht lenkbar sind, müssen sie um die Kurven gewuchtet werden.
In dem Schrein befinden sich Trommler, auf dem Schrein ein Tänzer. Ursprünglich handelt es sich bei dem Tänzer um einen Daiku-gata (Tischler). Sie führen einen Tanz auf, der heutzutage Hikoki-nori genannt wird (Flugzeugtanz). Das Tanzen auf dem Wagen ist nicht ganz ungefährlich, denn die Wagen sind knapp vier Meter hoch. Jedes Jahr kommt es hierbei zu Unfällen. Die Schreine werden in verschieden Städten gebaut und auch die "Kämpfer" kommen aus dieser Stadt. Unter ihnen sind sehr viele Jugendliche und Kinder. Nachdem sie mehrere Stunden lang die schweren Wagen bei gut 30 °C im Laufschritt durch die Stadt gezogen haben, sahen einige auch ziemlich abgekämpft aus.

Da dieses Festival wirklich sehr interessant ist, probiere ich heute mal was neues aus: ein Video von einem der Schreine. Ich hoffe es klappt.

Samstag, 15. September 2007

Arbeiten in Japan


Man ließt ja immer das die Japaner so schrecklich viel arbeiten würden. Und das stimmt.
Viele meiner Kollegen sind abends bis Mitternacht im Labor, fast alle bis 21 oder 22 Uhr. Morgens wird um etwa 9 Uhr begonnen.
Auch Samstags wird im Labor gearbeitet. Allerdings fangen die meisten dann nicht vor 10 Uhr an und man bleibt auch nicht ganz so lange wie unter der Woche. Außerdem waren einige meiner Kollegen auch für gut drei Stunden in Kyoto mittagessen. Auch der gelegentlich Schlaf auf dem Schreibtisch gehört hier zum Arbeitstag. Auch wenn man manchmal nicht den Eindruck hat: auch Japaner sind nur Menschen. Japaner haben auch deutlich weniger Urlaub als wir in Deutschland. Gerade mal zwei Woche hat ein normaler Arbeitnehmer, während wir auf locker vier Wochen kommen. Allerdings gibt es in Japan mehr gesetzliche Feiertage. 14 Stück sind es wenn ich mich nicht verzählt habe, und wenn einer davon auf das Wochenende fällt wird am am darauffolgenden Montag nachgeholt. Zum Vergleich: wir in Niedersachen haben neun gesetzlich Feiertage von denen durchschnittlich zwei auf ein Wochenende fallen. Bleiben als effektiv sieben.
Die Japaner wissen mit Freizeit auch nicht viel anzufangen. So wurde ich vor dem Wochenende gefragt: "What's your schedule for the weekend?". Ich hab das erst für einen Übersetzungsfehler gehalten, aber die Japaner denken wirklich so. Auch Freizeit wird streng durchgeplant.

Auf dem oberen Bild ist das Chemie-Institut zu erkennen. Mein Labor ist im dritten Stock, mittig im Bild. Die Fenster sind übrigens mit Bücherregalen zugestellt.
Auf dem unteren Bild sieht man die Straße die vom Campus runterführt. Die Berge und der Wald beginnen wenige hundert Meter hinter meiner Wohnung, wie in Clausthal also.

Dienstag, 11. September 2007

Kyoto Downtown Teil 2

Natürliche habe ich mir am Wochenende nicht nur den Bahnhof Kyoto angesehen, sondern auch zwei Tempel. Zunächst war ich in dem Higashi Hongan-ji. Ji heißt übrigens Tempel auf japansich. Bei ihm handelt es sich um einen buddhistischen Tempel. Er befindet sich etwa 600 m nördlich von Bahnhof. http://de.wikipedia.org/wiki/Higashi_Hongan-ji

Das Hauptgebäude ist eines der größten Holzgebäude der Welt. Leider ist von dem Gebäude praktisch nichts zu sehen, da zu dessen Schutz eine Halle drumherum gebaut wurde.

Auf dem obersten Bild sieht man die Mauer und den Wassergraben, der das Tempelgelände umgibt. Auf dem zweiten das pagodenartige große Eingangstor. Der große weiße Bau im Hintergrund ist der Schutzbau für das Hauptgebäude.
Gute Fotos sind von den Tempelanlagen nur schwer zu machen, da die Gegend ganz schön zugebaut ist.

Etwas weiter westlich habe ich einen zweiten buddhistischen Tempel besucht. Den Namen weiß ich leider nicht, da er nur mit japanischen bzw. chinesischen Schriftzeichen beschriftet war.
Um den Tempel zu betreten muss man sich, wie in Japan überall üblich, die Schuhe ausziehen.
Neben der den "No Smoking!" Schildern ist der Hinweis, dass man die Schuhe ausziehen soll, so ziemlich die einzige Schild auf englisch.
Aber ein Schild wäre auch nicht nötig gewesen, weil vor der ersten Stufe bereits zahlreiche Schuhe standen.
In dem Tempel hatte gerade eine Zeremonie begonnen. Also setzte ich mich mich in relativ weit hinten auf die Tatami-Matten und folgte still der Zeremonie, die von 6 relativ jungen Mönchen ausgeführt würde. Der Gottesdienst bestand aus Gesang der Mönche begleitet von Klanghölzern und einer Glocke. Einer der Mönche hielt auch eine Art Predigt.

Sonntag, 9. September 2007

Kyoto Downtown Teil 1


Heute bin ich nach Kyoto, in die Innenstadt gefahren. Von dem Vorort (Uji) in dem ich lebe bis zum Stadtzentrum sind es Luftlinie etwa 10 km. Die S-Bahn benötigt etwa 20 min.
Die Fahrscheine werden an Automaten gelöst. Der, an dem eine Anleitung in englischer Sprache hing war leider defekt. Der zweite Automat war rein in japanisch und von einer anderen Bauart.
Zum Glück hat mir eine junge Dame geholfen.

Die Zugfahrt war recht unspektakulär und die Züge der Nara-Linie sind auch nicht so voll wie die der Yamanote in Tokyo, die man aus dem Fernsehn kennt. Allerdings schläft die Hälfte der Japaner wirklich im Zug oder tut zumindest so.

Die beiden Bilder rechts zeigen Kyoto vom Kyoto Station Builing aus. Das erst ist der Kyoto Tower, in dem sich ein Hotel und zahlreiche Geschäfte befinden. U.a. auch ein McDonalds, in dem ich zwei Studenten aus Island getroffen habe. Ein großes BigMac Menu kostet übrigens 690 Yen, was 4,40 € entspricht. Damit ist er günstiger als bei uns. Nebenbei, daß die Preise hier soviel höher sein sollen als in Deutschland stimmt derzeit wegen des starken Euros überhaupt nicht. Im Gegenteil vieles ist sogar recht preiswert. Elektronik ist aber nicht so billig wie immer behauptet wird.
Auf dem zweiten Bild sieht man eine lange Straße vom Station Building aus. Kyoto ist schachbrettartig aufgebaut und das ist eine der Hauptstraßen. Diese Aussicht ist so beeindruckend, daß dort sogar Filmaufnahmen gemacht wurden. Die Kamera kann man oben-links erkennen. Die Menschen auf dem Bild sind alle Schauspieler.
Das Station Builing ist ein wahnsinnig riesiges Bauwerk. Es ersteckt sind über insgesamt 13 Stockwerke und hat eine länge von etwa 450 Metern. In einem der dort drin befindlichen Kaufhäusern gibt es ein Stockwerk nur mit Süßigkeiten.
Leider gibt das Foto die Dimensionen der Halle kaum wieder. Auf der großen Treppe saß eine große Anzahl von Leuten und hörte sich das Konzert eines Radiosendes am.
Am Ende der großen Treppe, auf dem Dach des Gebäudes gibt es einen kleinen Garten von dem aus man einen schönen Überblick über Kyoto hat. Von hier aus erkennt man auch das die Stadt von recht hohen Bergen umgeben ist. Auf dem Dach gibt es auch einen Hubschrauberlandeplatz.

Freitag, 7. September 2007

Es gibt sie wirklich!... High Tech Toiletten in Japan

Ich habe diese Hight-Tech-Toiletten, die man aus dem Fernsehn kennt, immer für ein Kuriosum aus der Knoff-Hoff-Show gehalten, aber hier in Japan gibt es sie wirklich. Und zwar an der Uni. Und ich habe die auch ausprobiert. Leider sind die Bedienungselemente alle auf japanisch.


Der erste Unterschied zu einer langweiligen deutschen Toilette fällt einem gleich beim hinsetzten auf: die Brille ist nämlich beheizt. Außerdem besitzt sie eine Luftabsaugung, die die "Abgase" von Gerüchen reinigt.
Einmal hingesetzt kann man wenigstens wie gewohnt sein Geschäft verrichten, aber dann: An der rechten Seite gibt es eine Konsole, ähnlich der von Captain Kirk auf der Enterprise. Leider auf japanisch. Beim drehen an den Schaltern ist nicht passiert, auch der Maschinenraum wollte sich nicht melden. Ich hab keine Ahnung wofür die da sind. Interessanter sind da schon die Funktionen der Knöpfe. Einige habe ich ausprobiert, an andere hab ich mich noch nicht getraut. Drückt man beispielsweise den dritten von vorne fährt sich eine Düse aus, die den Hintern mit einem Wasserstrahl reinigt. Anschließend muss man den vierten Knopf drücken und der Hintern wird mit einem warmen Luftstrom trocken gepustet. Wer eine solche High-Tech-Toilette nicht benutzen möchte, für den gibt es die klassische japanische Variante. Wenn ich da richtig verstanden habe, muss man sich mit dem Gesicht in Richtung der Rundung hinhocken.

Wer weitere Infos zu Toiletten in Japan haben, will kann in der Wikipedia nachlesen, denn die sind so vielfältig und faszinierend, dass es sogar einen Wiki-Eintrag dazu gibt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Toiletten_in_Japan.

Aber ich habe noch eine weitere technische Spielerei entdeckt und zwar in meinem Badezimmer. Die Japaner lieben es ja bekanntlich sehr heiß zu baden. Und wer kennt das nicht: Man steigt aus der Wanne, trocknet sich ab und will sich die Haare kemmen, aber das geht nicht, da der Spiegel beschlagen ist. Der normale Mitteleuropäer würde nun ein Tuch nehmen und den Spiegel abwischen, nicht so in Japan. Hier kann der Spiegel extra für diesen Zweck elektrisch beheizt werden.

Donnerstag, 6. September 2007

Das Wetter

Da ich heute spät aus dem Labor gekommen bin, will ich nur kurz was über das Wetter hier berichten, denn da gibt es was neues. Einen Taifun.

Das Bild auf der rechten Seite ist von einer japanischen Wetterseite (http://www.jma.go.jp/jma/indexe.html).
Der Taifun ist auf der IR-Satelliten-Aufnahme gut zu erkennen. Er wird in der Nähe von Tokio an Land kommen, das ist gut 500 km entfernt.
Aber auch hier hat sich das Wetter geändert.
In den letzten Tagen hatte wir eine Mittagstemperatur von gut 30-32°C bei recht hoher Luftfeuchtigkeit. Morgens zum aufstehen sind es in meinem Zimmer ebenfalls über 30°C.
Kyoto liegt auf 35° nördlicher Breite, das entspricht Nordafrika.
Heute hat es sich deutlich abgekühlt, was ich ganz angenehm finde. Der Herbst wird hier noch halbwegs warm sein. Der Winter dann nur etwas wärmer als bei uns. Der Sommer ist feucht und der Winter trocken, also genau umgekehrt wie am Mittelmeer. Die jährliche Niederschlagsmenge übertrifft sogar Clausthal. Daher hab ich mir heute auch einen Schirm gekauft.

Dienstag, 4. September 2007

Behördengänge

Heute gibt es mal weniger aktuelle Bilder, nur eins. Es ist die Hauptstraße zwischen meiner Wohnung und der Uni. Die Straßen sind hier recht eng. Teilweise gibt es keine Gehwege. Die Masten für die überirdisch verlegten Stromleitungen stehen dort soweit auf der Straße das zwei Autos nicht aneinander vorbei kommen. Es gibt zahlreiche bunte Werbetafeln.

Heute hab ich meine Alien Registration Card beantragt. Damit konnte ich auch ein Konto eröffnen. Behördengänge sind sehr zeitaufwendig in Japan. Außerdem konnte weder auf der Bank, noch im Rathaus jemand Englisch. Gute das ich einen Kollegen dabei hatte.
In dem Rathaus ergab sich jedoch ein kleines Problem. Den Beamten war die Stadt Alfeld in Deutschland vollkommen unbekannt, worauf hin sie mit einer Europakarte ankamen, auf der Hannover so ziemlich die kleinste eingetragene Stadt war. Ich sollte zeigen, wo nun eigentlich dieses Alfeld liegt. Nach einigen Übersetzungsversuchen meines Kollegen konnte ich der Beamtin vermitteln das Alfeld zu klein für eine solche Karte ist.
Das eröffnen des Kontos war ähnlich problematisch. Ich musste mein Geburtsdatum in Japanischer Zeitrechnung angeben, bei der sich die Jahreszahl auf das Regierungsjahr eines Tennos bezieht. Ich glaube mein Geburtsjahr ist 52 Hirohito.

Der Höhepunkt des Tages war jedoch als einer der Arbeitskreis Mitglieder mit Süßigkeiten ankam, die er in den USA gekauft hatte. Er meinte, die wären so scheußlich, dass jeder im Arbeitskreis die nicht gemocht hatte. Bei genauerem Hinsehen entpuppte es sich als Lakritze.
Als ich dann sagte, dass ich gerne Lakritze esse, wurde mir die Packung geschenkt. Als ich dann die erste Stande aß, wurde der halbe Arbeitskreis zusammen gerufen. Die haben mich verständnislos angesehen als ob in Deutschland jemand einen rohen Octopusarm auf offener Straße ist (was Japaner durchaus tun).

Montag, 3. September 2007

Die Begrüßungsparty

Heute war mein erster Arbeitstag. Er war recht unspektakulär.
Am Abend gab es für mich eine Begrüßungsparty.
Sie fand im Seminarraum statt.
Zu essen gab es Sushi, chinesisches Essen und Pizza. Vielleicht hatten sie Angst, dass ich das japanische Essen nicht mögen würde. Das Sushi und das chinesische Essen waren sehr gut. Die Pizza hab ich nicht probiert.
Beim Sushi hab ich fast alles gegessen, außer die rohen Fangarme eines Oktopus'. Japaner nehmen es einem Ausländer auch nicht übel, wenn er etwas nicht mag oder nicht essen will, im Gegenteil, sie fühlen sich in ihren nationalen Besonderheiten und Stolz bestätigt.
Während der Feier wurden mir wieder viele Fragen gestellt und nun verstehe ich auch langsam warum: Die meisten haben Ausländer bisher nur von weitem gesehen und sich noch nie mit einem unterhalten. In dem Arbeitskreis gab es bisher noch nie einen.
Ich habe den Eindruck, dass alle über die Abwechslung froh sind.

Zu trinken gab es japanisches Bier und Sake, sowie deutschen Wein, den ein ehemaliger Doktorand, der jetzt in Deutschland ist, geschickt hat.

Die Japaner werden recht lustig und ausgelassen wenn die ein bisschen was getrunken haben.
Wichtig ist, dass man sich ein Getränk nicht selber einschenkt, sondern sich immer einschenken lässt und anderen einschenkt.

Party wurde durch ein gnadenloses dreimaliges in die Händeklatschen von Prof. Tokitoh beendet.

Sonntag, 2. September 2007

Tempelbesuch

Heute habe ich den Mampuku-ji (萬福寺) Tempel besucht.
Er befindet sich nur ein paar hundert Meter nördlich meiner Wohnung.
Ausführliche Informationen findet ihr unter http://de.wikipedia.org/wiki/Mampuku-ji

Bei dem Tempel handelt es sich um den Haupttempel des Zen-Buddhismus und wurde um 17. Jahrhundert durch einen chinesischen Mönch gegründet. Er ist in dem chinesischen Ming-Stil gebaut.

Direkt am Eingang gibt es eine Tafel die in verschiedenen Sprachen eine kurze Einführung in die Geschichte des Tempels gibt. Zum Glück auch auf Englisch. Die meisten Hinweisschilder sind ausschließlich auf japanisch. Lediglich die "No smoking!"-Schilder sind übersetzt.

Kurz hinter der Eingang wurde ich von einem lauten Geräusch empfangen. Ich dachte zuerst ein Baum würde brechen. Beim genaueren Hinsehen entpuppte sich die Quelle des Geräusches jedoch als ein Insekt.
Auf dem Bild sieht es ziemlich klein aus. Aber es hatte eine beeindruckende Größe von ca. 7 cm. Ich nehme am das es sich um eine Zikadenart handelt.
Vor dem Tempel war übrigens auch eine Mutter mit Tochter unterwegs um Heuschrecken, allerdings kleinere zu fangen.

Der Eintritt auf das Tempelgelände kostete 500 Yen (etwa 3 €) und es gab sogar ein Faltblatt in englischer Sprache.

Ungewöhnlich für mein Empfinden sind die Getränkeautomaten die überall auf dem Tempelgelände rumstehen. Das Verhältnis von Japanern zu Automaten ist ohnehin etwas seltsam. Aber darüber werde ich demnächst nochmal Berichten.

Viele der Japaner gehen sehr gut gekleidet in den Tempel. Einig Frauen die dort zum Beten hingehen tragen einen Kimono. (Nebenbei: Kimono heißt übersetzt Ding zum Anziehen).



Auf dem Gelände laufen auch einige Zen-Mönche rum.
Wer einen Eindruck von einem Zen-Kloster bekommen möchte, dem kann ich den Film "Erleuchtung garantiert" empfehlen. Es ist in einem Zen-Kloster in der nähe von Tokio mit den echten Mönchen gedreht.

Samstag, 1. September 2007

Meine Wohnung

Vielen Dank für die Kommentare. Ich freue mich sehr drüber.
Ich habe es jetzt so eingestellt, dass man auch ohne sich einen Zugang besorgen zu müssen Kommentare schreiben kann.

Heute möchte ich kurz meine Wohnung vorstellen.
Wer Google Earth besitzt findet sie bei folgenden Koordinaten: 34° 54.613'N 135° 48.585'O.
Mein Zimmer ist im Erdgeschoss direkt bei den Koordinaten. Wie man auf dem Luftbild erkennt wohne ich am Stadtrand von Uji, südlich von Kyoto. Das Chemie-Institut an dem ich arbeite, liegt von dieser Position genau 800 Meter Richtung westen.
Das Gebäude im dem ich wohne nennt sich Ohbaku International House und ist vor knapp 10 Jahren für ausländische Gäste gebaut worden. Die Position meines Zimmers hab ich mit einem Pfeil gekennzeichnet.


Das Zimmer, dass ich bewohne ist recht schön. Es hat etwa die Fläche eines unserer Studentenwohnheim Zimmer.
Direkt hinter der Tür befindet sich, wie in Japan üblich eine Stufe. Diese Stufe wird nie mit Straßenschuhen überschritten.
In dem kurzen Flur befindet sich eine Herdplatte, Spüle und die Tür zum Bad.
Das Bett im Hauptraum hat zum Glück eine Länge von zwei Metern. Außerdem gibt es einen Kühlschrank, Internetanschluß und eine Klimaanlage, deren Bedienelemente ausschließlich auf japanisch beschriftet sind.
Ich habe sie daher bisher nicht in Betrieb genommen.


Das Bad ist durch Glasscheiben von dem restlichen Raum abgetrennt. Das lässt dadurch den Raum gleich viel größer erscheinen.
Neben Toilette und Waschbecken gibt es eine Nasszelle mit Dusche und einer japanischen Sitzbadewanne. Baden dient in Japan nicht der Reinigung sondern ausschließlich der Entspannung. Reinigen tut man sich bevor man in die sehr heiße Badewanne steigt unter der Dusche.
Desweiteren gibt es noch zwei Gemeinschaftsräume (in denen ich aber bisher noch niemanden gesehen habe) und einen Waschraum.

Die Ankunft in Japan

Hier ist es gerade kurz nach 4 Uhr morgens. Ich kann nicht schlafen, Jetlag.
Daher habe ich mich entschlossen noch ein bischen zu schreiben:

Die Begrüßung durch die drei Mitarbeiter aus Prof. Tokitohs Gruppe war sehr nett. Sie haben ein Willkommensschild mit einem Passbild von mir ausgedruckt. Jeder der drei trug ein T-Shirt auf dem hinten der Chef mit Sonnenbrille und vorne die Tbt-Schutzgruppe drauf war.
Zum kennenlernen sind wir ersteinmal ins Starbucks auf dem Flughafen gegangen.
Mc Donalds und Starbucks scheinen auch in Japan sehr verbreitet zu sein.

Dann haben wir uns mit den Auto auf dem Weg nach Kyoto gemacht. Das Auto war, wie man es von einem Japaner erwartet mit vielem elektronischen Schnickschnack ausgestattet, wie einenem schrecklich bunten und ständig quaselnden Navigationsgerät und eine Kamera zum rückwärts fahren.
Die Fahrt dauerte etwa 2 Stunden und führte uns durch den Stadtkern von Osaka.
Zu Sonnenuntergang waren wir in Kyoto. Mein Zimmer konnte ich sofort beziehen.
Danach sind wir ein ein Restaurant gefahren und haben weitere Mitglieder des Arbeitskreises getroffen. Bemerkenswert war die große Speisekarte, die auf Holz geklebt war. Groß gilt hier allerdings nur für das Format, nicht für die Auswahl. Es gab Hachsteaks in verschiedenen Variationen. Das Essen war aber zu meiner überraschung halbwegs preiswert. Knapp 5 Euro für ein Hacksteak mit Ananas, Reis uns Salat.
Meine Kollegen waren sichtlich überrascht, dass ich als Europäer es vermag mit Stäbchen zu essen. Die Japaner essen sehr schnell. Schon auf dem Flug (wo ich noch mit Messer un Gabel auß) ist mir aufgefallen wie schnell sie ihr Menü aufgegessen haben!
Die Arbeitskreis-Mitglieder zeigten sehr reges Interesse an mir und haben mir knapp 1000 Fragen gestellt. Das Englisch der meisten ist allerdings nicht besonders gut, was Teilweise mehre als einen Kommunikationsversuch nötig machte.
Nach dem Essen stand, wie in Japan üblich, einer auf und zahle die gesamte Rechung. Irgendwann bin ich damit auch mal dran.