Heute habe ich Bergfest, und den Begriff auch gleich ins japanische übersetzt: yama matsuri.
Natürlich gibt es den Begriff mit dieser Bedeutung auf japanisch nicht, aber meine Kollegen haben sich dennoch drüber amüsiert.
Hier ist nun auch der Herbst angekommen. Der Wald trägt Flecktarn und Kyoto ist von Menschenmassen überflutet, die sich die rot gefärbten Ahornbäume ansehen wollen. Letztes Wochenende konnte man in der Stadt keinen Fuß mehr rühren.
Apropos Flecktarn. Deutsche Armeekleidung ist in Japan in Mode. Man kann sie hier in Geschäften preiswert bekommen. Auch die deutsche Flagge ist noch dran. Allerdings werden die Sachen vor dem Verkauf beispielsweise blau gefärbt. Aber Flagge und Tarnmuster sind immer noch zu erkennen.
Letzes Wochenende habe ich auch die erste Geisha gesehen.
Geishas heißt übersetzt Kunstperson, also Künstlerin.
Die Ausbildung wird traditionell bereits mit sechs Jahren begonnen und dauert mindestens fünf Jahre. Auf dem Ausbildungsplan stehen besonders traditionelle japanische Künste wie Kalligraphie und Ikebana (Blumenstecken), aber auch Musizieren und Konversation.
Aber zurück zum Halbzeitfazit.
In den letzten drei Monaten habe ich viel gelernt.
Durch die Umstellung auf die neue Chemie und andere
Allerdings wäre Roland manchmal doch eine Hilfe.
Arbeiten tun die Menschen in Japan alle sehr fleißig und lange. Die Einstellung zur Arbeit ist eine ganz andere. Allerdings ist die Arbeitszeit und das man Arbeitet hier wichtiger als die Produktivität.
Überall werden hier Menschen fürs rumstehen oder total überflüssige Regelung von Verkehr und Fußgängern bezahlt. Der Hammer war ein Parkplatz vor einem Restaurant mit 13 Stellplätzen und zwei Einweisern!
Auch auch im Labor muss man viele zeitaufwendige Arbeiten, die man mit einem minimalen finanziellen Aufwand vermeiden könnte, erledigen. Z.B. Faltenfilter selber falten. Aber auch ein Autosampler an dem NMR vermisst man. Klar das man dann für 13C-Spektren Nachtschichten einlegen muss. Ich bin Abends fast immer der erste der Nachhause geht. Aber bei einer Wochenarbeitszeit von dennoch 60 Stunden schäme ich mich dessen nicht. Dafür bin ich nicht japanisch genug. Da ich hier immer noch wie ein Gast behandelt werde, akzeptieren es meine Kollegen auch.
Neben der Chemie habe ich hier auch viel über die Kultur und über die Sprache gelernt. Da Kyoto das Zentrum des traditionellen Japans ist, gibt es hier auch viel zu entdecken.
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