Montag, 8. Oktober 2007

Auf der Arbeit

Nun bin ich schon seit über 6 Wochen hier, das erste Viertel ist fast um und ich habe bisher immer nur über Japan und Freizeit geschrieben.
Nun möchte ich ein bisschen über unser Labor und meine Arbeit schreiben.
Auf dem ersten Bild seht ihr meinen Schreibtisch mit meinem Laptop.
Das zweite Bild zeigt meine Laborbank.
Der größte Unterschied zu Clausthal sind die stark begrenzten Räumlichkeiten. Mein Labor teile ich mir mit vier anderen Doktoranden und Diplomanden. Für alle gibt es nur einen Abzug. Viele Arbeiten werden daher auf der Laborbank gemacht. Darunter auch Tätigkeiten die man bei uns nie im Leben außerhalb eines Abzuges machen würde, zum Beispiel Absaugen von Tetrachlorkohlenstoff.
Leider haben wir auch keine schönen Vakuum/Stickstofflinien wie in Clausthal. Hier mußte ich erstmal lernen mit Ballon zu arbeiten. Aber immerhin hat jeder eine eigene sehr schicke, rollbare und sehr leise Drehschieberpumpe.
Auch nach Glasgeräten muß man teilweise sehr lange suchen. Ich vermisse ein paar schöne Feststofftrichter.
Ein Kleinigkeiten wird hier leider sehr gespart. Faltenfilter z.B. müssen wir uns auch selber falten.
Ganz anders sieht das bei Großgeräten aus. Da ist der Arbeitskreis extrem gut ausgestattet. Wir besitzen ein eigenes 300 MHz NMR-Spektrometer (drittes Bild) und ein 600 MHz für das ganze Institut. Leider vermisse ich hier auch einen Autosampler. Daher kann über Nacht auch immer nur eine Probe gemessen werden. Entsprechend kann es zu deutlichen Wartezeiten kommen, wenn 13C-Spektren gemessen werden müssen. Langsam verstehe ich warum die Japaner von 9 bis 24 Uhr im Labor sind.
Neben den üblichen Spektrometern wie IR und UV/Vis haben wir noch ein EI-QMS und ein ESI-TOF Massenspektrometer. Oh, und Röntgenstrukturanalysen können wir auch selber machen. Also wirklich eine sehr gute, komplette Ausrüstung.

Da wir mit sehr empfindlichen Substanzen arbeiten stehen in den Laboren insgesamt drei Goveboxes. Auch ich muß meine Chemie zum großen Teil in der Box machen, was aber angenehmer und einfacher ist als mit den Ballons.

2 Kommentare:

Frau Eleanor hat gesagt…

Cool! Gerrit beim NMR-Stecken! Und erst die Glove-Box ... irgendwie dreckig da drin, ich dachte immer, darin wäre es blitzeblank, einfach weil man da rein geht, um Kontamination zu verhindern... aber anscheinend nur Kontamination mit CO2 und H2O. Sag mal, habt ihr eigentlich auch Probleme mit Stickstoff? Wäre doch interessant, so N2 direkt aus der Luft zu binden ... mit euren Molekülen.
Es ist aber echt mal interessant, Deinen Arbeitsplatz in scharf und hoher Auflösung zu sehen ;-). Und ich hätte nie gedacht, daß ein Schreibtisch im Labor so klein sein kann. Dafür habt ihr tagsüber Poster mit Hintergrundbeleuchtung ;-)
Sind die Ballons eigentlich farblos mit einem rosa Stich oder sind sie Rosa eingefärbt?

Jaggard hat gesagt…

Die Glovebox ist schon ganz schön voll gestellt, was aber auch daran liegt das alle sie benutzen und man die Substanzen natürlich nicht immer ein aus ausschleusen kann.
Ich denke schon das einige der hier hergestellten Verbindungen auch mit N2 reagieren würden.
Die Ballons sind rosa.